#DIDay: Wechsel von Google Keep zu Joplin

Hier beschreibe ich meinen Wechsel der Notiz-App von Google Keep zu Joplin und die Synchronisation von Notizen zwischen Geräten über Nextcloud.

Auf dem 39c3 wurde von Marc-Uwe Kling und Linus Neumann der Digital Independence Day vorgestellt.

Beim Digital Independence Day geht darum sich ein Stück von den großen Tech-Firmen unabhängiger zu machen.

Auf der Projektwebseite di.day gibt es bereits einige Wechselrezepte, zum Beispiel zur Ablösung von Google durch die europäische Suchmaschine Ecosia.org.

Das habe ich als Anlass genommen bei mir einen ersten Review zu machen.

Womit beginnen?

Mein Mailing (Mailcow) sowie eine Cloud (Nextcloud) betreibe ich schon lange selbst. Zu einer lokalen Mastodon-Instanz bin ich ebenfalls schon vor einiger Zeit gewechselt.

Zuletzt habe ich viel vom Smartphone (Android) erledigt. Daher habe ich mich dort umgeschaut, welche App eines Big Tech ich relativ einfach ersetzen kann.

Auf dem Smartphone mache ich mir sehr häufig Notizen und zwar mit Google Keep – Notizen & Listen. Also habe ich mich auf die Suche nach einer neuen Notiz-App gemacht.

Auswahl einer neuen Notiz-App

Meine Anforderungen

  • Vorrangig wollte ich meine Notiz-App auf dem Smartphone ablösen. Dabei sollte die Funktionalität vergleichbar sein (einfache Handhabung, Checklisten).
  • Optimalerweise sollte die App aber auch nativ unter Linux unterstützt werden und eine Synchronisation zwischen Geräten ermöglichen.
  • Außerdem wollte ich direkt die Souveränität über meine Daten erlangen – bestenfalls ohne zusätzliche Software zu betreiben.

Mögliche Kandidaten

Unter https://github.com/tehtbl/awesome-note-taking gibt es eine schöne Auflistung verfügbarer freier als auch proprietärer Apps.

Für mich deckt Joplin die Anforderungen am besten ab.

  • Das User Interface auf Android und Linux ist angenehm, ein Darkmode ist verfügbar.
  • Das Editieren ist per Markdown aber auch im Richtext-Editor möglich. Checkboxen innerhalb von Notizen können erstellt und abgehakt werden.
  • Attachments können inline eingefügt werden. In der Android-App kann man Bilder auch freihandzeichnen.
  • Es ist möglich mehrere Notizbücher anzulegen (auch verschachtelt).
  • Notizen kann man auch als Aufgaben definieren oder bestehende Notizen in Aufgaben umwandeln.
  • Die Suche über alle Notizbücher hinweg funktioniert sehr gut inklusive Highlighting.
  • Ältere Revisionen von Notizen können zurückgeholt werden (ins separate Notizbuch “Wiederhergestellte Notizen”).
  • Man kann seine Notizen auf verschiedenen Wegen synchronisieren, für mich ist WebDAV zur Nextcloud am sinnvollsten.

Hier einige Screenshots der Android-App von Joplin:

Zu Joplin

Verhalten von Google Keep nachbilden

Damit sich Joplin möglichst wie Google Keep verhält, habe ich folgende Konfigurationen vorgenommen: im Menü innerhalb einer Notiz “Als Rich Text bearbeiten” wählen.

Einschränkungen von Joplin

Derzeit kann man unter Android nativ eine bestehende Notiz leider (noch) nicht sofort beim Aufruf bearbeiten, sondern muss erst nochmal den Edit-Button klicken.

Es ist auch nicht möglich einzelne Checkboxen innerhalb einer Notizen per Drag and Drop zu verschieben oder abgehakte Checkboxen automatisch ausblenden lassen (was beides unter Google Keep sehr praktisch war).
Es gibt wohl Workarounds, die haben bei mir aber nicht funktioniert.

Unter Android ist das Rückgänigmachen von Änderungen nicht über die Tastatur oder die Markdown-Werkzeugleiste möglich, sondern erfolgt über Vor- und Zurück-Buttons im Kopfbereich:

Abgesehen von diesen Kleinigkeiten ist Joplin aber ein sehr cooles Tool!

Synchronisation mit Nextcloud

  1. Verzeichnis in Nextcloud an beliebiger Stelle für Joplin anlegen
  2. Access Token für die App in Nextcloud anlegen: Profil > Einstellungen > Sicherheit > Geräte & Sitzungen > Neues App-Passwort erstellen
  3. WebDAV-URL in der Synchronisations-Konfiguration von Joplin hinterlegen:
    https://<server_name>/remote.php/dav/files/<username>/<joplin_folder>
  4. Zugangsdaten eintragen, fertig :)

Zum Thema Synchronisation zwischen mehreren Geräten ist auch folgender Doku-Abschnitt interessant: What is a conflict?

Import von Google Notizen

Bisherige Notizen aus Google Keep kann man mit dem Tool keep-it-markdown von Don Sudduth (Github) exportieren.

Für mich hat der Weg über Docker für die einmalige Ausführung am besten funktioniert, dazu den Schritten zum Advanced Docker Setup bis inkl. Punkt 10 folgen. Archivierte Notizen müssen in einem zweiten Schritt exportiert werden.

Die als Markdown exportierten Notizen kann man wie folgt in Joplin importieren: Datei > Importieren > MD – Markdown (Verzeichnis)

Zum Schluss daran denken den über die Anleitung von keep-it-markdown erstellten Token im Google-Account wieder zu löschen: https://myaccount.google.com/ > Sicherheit und Anmeldung > Meine Geräte

Ein Import nach Joplin aus anderen bisher verwendeten Tools ist über andere Wege möglich.

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